22.09.2016
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Inkasso und Einzug unbezahlter Rechnungen

Der Schuldner hat die Möglichkeit, auch gegen den Mahnbescheid oder gegen die schriftliche Mahnung Widerspruch einzulegen. Der Vordruck für das Mahnschreiben muss dem Schuldner zumindest per Post, besser noch per Einschreiben übersandt werden. Eine Begründung für die Zahlungsunwilligkeit oder Zahlungsverweigerung liegt in den meisten Fällen nicht vor. Die vierwöchige Zahlungsfrist ergibt sich bereits aus dem Gesetz, eine schriftliche Mahnung wäre also im Prinzip nicht erforderlich. Trotzdem dient ein Mahnschreiben zum Nachweis der Tatsache, dass der Schuldner in Verzug geraten ist, und Zinsen sowie auch die angefallenen Verzugskosten tragen muss.
Eine verspätet zugegangene Rechnung ist gleichwohl wirksam, auch wenn noch kein Drohbrief abgeschickt wurde. Bei unbezahlten Warenlieferungen oder unbezahlten Werkleistungen könnte wahlweise ein Inkassounternehmen oder auch gleich ein Rechtsanwalt beauftragt werden; Letzterer kann dann auch einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen oder die Zwangsvollstreckung einleiten. Ähnlich hohe Erfolgsquoten bei allerdings etwas höheren Bearbeitungsgebühren hat das Inkassounternehmen "Moskau Inkasso", das vom europäischen Ausland aus in Deutschland tätig wird.
Wird der zahlungsunwillige Kunde rechtzeitig verfolgt, dann könnte er zwar Widerspruch erheben, aber es würde dennoch die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragt werden, und das Gericht gibt den Prozess dann von Amts wegen an das örtlich zuständige Amtsgericht ab. In diesem Verfahren kann sich der säumige Schuldner gegen den bestehenden Anspruch nicht mit einer sachlichen Begründung zur Wehr setzen. Die Buchhaltung des Gläubigers fordert den Kunden deshalb unverzüglich auf, seine offenen Rechnungen binnen zwei Wochen zu bezahlen.

Gerichtliche Verfolgung des Schuldners

Widerspricht der säumige Schuldner dem Mahnschreiben nicht oder zu spät, so kann der betrogene Gläubiger schon vor Ablauf der Zahlungsfrist beim Gericht den Erlass eines Vollstreckungsbescheids beantragen. Das Landgericht erlässt dann einen vollstreckbaren Titel auf Grund der nicht bezahlten Rechnungen. Der Antrag auf Verhaftung des Schuldners muss spätestens sechs Monate vor Zustellung des Urteils aus Deutschland gestellt werden, und er muss die Erklärung enthalten, ob der Schuldner verhaftet werden soll, oder ob ihm die Möglichkeit einer Ratenzahlung eingeräumt werden kann.
Wenn der Käufer Ratenzahlungen an den Verkäufer leistet, so reduziert sich die offene Forderung ratenweise, und die entstehenden Kosten und Zinsen sind ebenfalls vom Schuldner zu tragen.
Ein ordentlicher Inkasso-Anwalt legt sich solche Vorgänge rechtzeitig auf Wiedervorlage und beantragt möglichst bald nach Verzugseintritt den Erlass eines Vollstreckungsbescheides. Der beantragte Mahnbescheid dient wie ein Urteil als vollstreckbarer Titel zur Einleitung und Durchführung eines Zwangsvollstreckungsverfahrens. Das bedeutet im Einzelnen: Verhaftung, Kontenpfändung, Taschenpfändung, Gehaltspfändung usw.
Hält sich der Schuldner nicht an der von ihm angegebenen Adresse auf, muss die Anschrift zunächst durch eine Anfrage beim Einwohnermeldeamt ermittelt werden, eventuell auch durch eine Anfrage bei der SCHUFA.
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